Mädchenwohngruppe

Vollstationäre Heimerziehung nach § 27 i. V. m. §§ 34, 35a und 41 SGB VIII in einer Mädchenwohngruppe

Aufnahmealter/ Platzzahl:

  • Mädchen und junge Frauen im Aufnahmealter ab 13 Jahre
  • 1 Gruppe mit insgesamt 8 Plätzen

Zielgruppe:

  • Mädchen in herausfordernden psychosozialen Umständen bzw. familiären Belastungssituationen, z.B. psychische Erkrankungen der Eltern, häuslicher und sexualisierter Gewalterfahrungen auch Sucht oder Inhaftierung
  • Mädchen mit psychiatrischen Diagnosen, die keine intensivtherapeutische Behandlung benötigen (z.B. (hyperkinetische) Störung des Sozialverhaltens
  • Mädchen mit Traumafolgestörung, Formen von Bindungsstörungen, leichte Formen von Essstörungen, Störungen der Emotionen mit selbstverletzendem Verhalten

Ziele:

  • Im Schonraum einer geschlechtsspezifischen Gruppe Halt und Geborgenheit für die Aufarbeitung traumatischer Lebensereignisse erhalten
  • Identifikation mit der Rolle der Mädchen/Frau in der Gesellschaft (keine
  • Zweitrangigkeit in der Hierarchie der Gesellschaft akzeptieren, sondern
  • Gleichberechtigung lernen zu leben)
  • Aktivierung der vorhandenen Ressourcen der Mädchen, der Eltern und des sozialen Umfeldes
  • Verringerung der Symptomatik einer psychischen Erkrankung
  • Erhöhung der Erziehungskompetenz der Eltern
  • Rückführung in das Elternhaus oder Verselbstständigung in eine eigene Wohnung
  • Förderung von Selbstwirksamkeit, Selbstbestimmung
  • Schulische Integration, Berufsfindung / Perspektiven
  • Teilhabe an der Gesellschaft

Leistungen:

Das Leistungsangebot ist an 365 Tagen/Jahr mit einem Betreuungsumfang von 24 Stunden/Tag, einschließlich damit verbundener Bereitschaftszeiten, geöffnet.

  • Grundbetreuung
  • Zusammenarbeit und Kontaktpflege mit der Herkunftsfamilie und dem sozialen Umfeld
  • Hilfe- / Erziehungsplanung / Diagnostik / Fachdienst
  • Leistungen zur Sicherung der Kinderrechte, der Partizipation und des Kinderschutzes
  • Regieleistung

Ergänzende gruppen- und personenbezogene Leistungen:

  • Erweiterte schulische Förderung/ Hausaufgabenbetreuung, Unterstützung während der Ausbildung(suche), berufsvorbereitende Maßnahmen
  • Themenspezifische Gruppendifferenzierung und Gruppenkonferenz
  • Freizeit- und erlebnispädagogische ausgerichtete Ferienfahrten
  • Intensive sozialpädagogische Einzelgespräche und individuelles Coaching unter verhaltenstherapeutischen und (Trainings-)Aspekten
  • Qualifizierte Eltern- und Familienarbeit

Methoden der pädagogischen Arbeit:

  • systemisches Denken und Handeln
  • Elemente aus der Verhaltenstherapie (Verhaltenspläne, Verstärkerpläne)
  • Kinderpsychiatrische fachärztliche Diagnostik und Beratung, konsiliarärztlich durch das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim
  • Skillstraining oder verwandten Methoden aus der dialektisch-behavioralen Therapie (DBT)

Qualitätsentwicklung:

  • multidisziplinär ausschließlich weiblich besetztes Team (5 - 6 Personen)
  • Bereitstellung eines qualifizierten und fachlich ausgebildeten Personals, das durch Supervision und Fortbildung ständige Qualifikations- und Weiterbildungsmöglichkeiten erhält
  • Interne Schulungen der Mitarbeiterinnen zur Erweiterung und Verbesserung der Methodenkompetenzen
  • interne Arbeitskreise zur konzeptionellen und fachlichen Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit
  • Reflexionsgremien zur Überprüfung der pädagogischen Arbeit und der Handlungsweisen
  • Festgelegte und abgestimmte Verfahrensabläufe im Hilfeprozess
  • systematische Dokumentation
  • Individuell ausgerichtete Hilfe- und Erziehungsplanung und -gestaltung
  • Angemessene klare Struktur, die Orientierung und Sicherheit vermittelt
  • Verlässlichkeit im Beziehungsangebot über differenziertes Bezugspersonenprinzip
  • Nutzung regionaler Ressourcen des Lebensfeldes und bewusste Integration der erzieherischen Prozesse in dieses Umfeld